Frankfurt (MOZ) Mehr als 5200 Bewerbungen und rund 2000 Einstellungsgespräche: Die Stellenbesetzung für die neue Fabrik von First Solar ist so gut wie abgeschlossen. In den nächsten Wochen soll die Produktion starten. First Solar beschäftigt jetzt in Frankfurt rund 1000 Menschen.
Die neuen Maschinen sind schon an Ort und Stelle. Derzeit werden sie eingerichtet, wie Herwig Alt, Europa-Personalchef von First Solar, berichtet. Seit Herbst 2010 wird an Frankfurt II gebaut, wie die neue Fabrik unternehmensintern genannt wird. „Wir sind planmäßig vorangekommen“, sagt Alt. „In den nächsten Wochen wird die Fabrik eröffnet.“
Derzeit werde daran gearbeitet, die Maschinen anzufahren sie miteinander zu verketten. Dazu zähle auch der sogenannte Coater, das ist die Maschine, die die Glasplatten für die Solarmodule beschichtet. Dabei hätten die Experten Unterstützer in Monteuren der Hersteller und könnten darüber hin- aus zunehmend auf ihre Erfahrungen aufbauen, immerhin gebe es schon eine Reihe von First-Solar-Fabriken.
Die Frankfurter Anlagen sollen so bald wie möglich in Betrieb gehen, wie Herwig Alt betont. „Wir verzeichnen einen guten Auftragseingang. Von jedem Tag, den sie früher zu arbeiten beginnt, profitiert das Unternehmen.“
Zum Unternehmen zählen in Frankfurt inzwischen mehr als 1000 Mitarbeiter, wie es heißt. Die Produktion soll verdoppelt werden, damit wird auch doppelt soviel Personal für die Produktion gebraucht; im sogenannten Office-Bereich ist die Zahl der Neueinstellungen nicht ganz so hoch. „Zu 95 Prozent sind die neuen Mitarbeiter an Bord“, sagt der Personalchef und berichtet, dass derzeit zahlreiche Arbeitsplätze doppelt besetzt seien: Neue First-Solar-Mitarbeiter können so von ihren erfahrenen Kollegen lernen. Gemischte Teams, sowohl was die Altersstruktur angeht als auch die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen, werden künftig auch in der neuen Fabrik arbeiten.
Die Zahl der Bewerber lag nach Worten der Frankfurter Personalmanagerin Susanne Bruns um die 5200 und damit etwa so hoch wie vor dem Bau der ersten Fabrik im Frühjahr 2007. Anders als damals hätten sich aber viele Interessenten beworben, die derzeit einen Job haben, berichtet Herwig Alt. Und fügt hinzu, dass sich mit der Fabrik auch neue Chancen für ehemalige Leiharbeiter ergeben hätten: „Wird bei uns Personal gesucht, so denken wir immer zunächst an unsere Leiharbeiter.“ Diese seien eingearbeitet und würden immer dann eingesetzt, wenn es in der Produktion von First Solar Ausfälle durch Urlaub oder Krankheit gebe.
Zur Besetzung der Stellen sind Susanne Bruns zufolge rund 2000 Bewerber zu Einstellungsgesprächen eingeladen worden. Dabei habe sich auch herausgestellt, dass dem Unternehmen inzwischen offensichtlich mehr zugetraut werde als noch vor vier Jahren. Vorurteile, bei First Solar herrsche eine „Hire and fire“-Mentalität, hätten sich nicht bestätigt. Herwig Alt verweist darauf, dass die Fluktuation im Unternehmen unter drei Prozent liegt. Und dass sich mit der Erweiterung in Frankfurt auch Karrierechancen für die Angestellten ergäben: Neue Stellen im mittleren und gehobenen Bereich würden so weit wie möglich mit bereits Beschäftigten besetzt. Für Herwig Alt ganz logisch. „Wir wollen wachsen und wir wollen, dass unsere Mitarbeiter mit uns wachsen.“
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